SC Dahenfeld 1946 e.V.
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An diesem Wochenede startete die Radsaison beim SC Dahenfeld wieder offiziell im neuen Jahr.

Eines vorab: beim Radteam des SC geht es _NICHT_ um Leistung, sondern um Spaß bei der Bewegung. Und zwar für alle. Die Leistung eines jeden Einzelnen aber zu verbessern, ist natürlich das Ziel des Trainings.
Und jetzt weiter im Text ...
 

Um im Jahr 2020 zeigen zu können, wie sich das Training nicht nur auf die Technik auf dem Rad, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit der Jungen Radler auswirkt, haben wir einen professionellen Leistungstest mit den Kids gemacht.
Für alle, die noch nie einen Leistungstest gemacht haben - sowas ist verdammt anstrengend und tut hinten raus auch ziemlich weh; denn man macht den Test bis zum "Abbruch", d.h. konkret, bis man wirklich nicht mehr kann.

Und ja - die Kids haben das super gemacht, sich gegenseitig angefeuert und die ein oder andere Fahrer/in hat sich auf Grund dessen zu Höchstleistungen anspornen lassen. Keuchen, Schwitzen war am Samstag also an der Tagesordnung.

Für den Test fahren die Probanden einen so genannten Stufentest. Vorab muss aber sichergestellt sein, dass Herzfrequenz und Leistung auf dem Rad jederzeit passend gemessen werden kann.

Der Stufentest ist so aufgebaut, dass er nach einer Anschwitz-Phase von 10 Minuten beginnt. Dann ist der Metabolismus soweit, dass er die Leistung bringen kann.
Anschließend wird die durch den Smart-Trainer erzeugte Gegenlast beim Radfahren alle 60 Sekunden um einen gewissen Prozentsatz erhöht. Und egal wie fit der Proband ist, jeder kommt hier letztendlich an seine körperlichen Grenzen.
Man fährt dann bis zum Abbruch, also bis zur Erschöpfung, bzw. bis man nicht mehr kann.

Die Auswertungen werden dann alle 60 Sekunden vermerkt und man sieht nachher die Leistungskurve im Verhältnis zur Herzfrequenz.
Man sieht am Puls, wenn die Sauerstoffsättigung stark fällt (sprich: man wird atemlos, auch ohne Helene Fischer). Initial steigt die Herzfrequenz zur zu fahrenden Leistung linear. In der Aufzeichnung eines unserer Kinder war dies bis 140 Watt der Fall.

Darauf tritt eine Sättigung ein; die Kurve steigt nicht mehr. Dies ist der Punkt der Schwelle, der im Test gemessen wird. Anschließend konnten wir den Probanden noch motivieren, "über" seine Leistungsgrenze zu gehen, was den Sprung auf annähernd 190 Puls erklärt.
Das Kind, von dem die Leistungsdaten unten sind, hat somit einen errechneten Functional Threshold Power (FTP) von rund 130 Watt. D.h. 130 Watt ist die Leistung, die der Körper über 60 min Dauerleistung bringen kann. Das ist schon sehr gut und vermutlich mehr, als der ein oder andere Erwachsene liefern kann. Ziel ist es, diesen Wert nun entsprechend übers Jahr zu messen und zu optimieren. Die Grundfitness ist aber schon sehr gut.

Vergleichen wir das mit einem anderen Kind - hier ist eine gute Fitness vorhanden, aber auch eine gewisse Explosivität in der Reaktion von Herz-/Kreislauf auf den Leistungsreiz. Dieses Kind erreicht eine deutliche höhere Maximalpulszahl (206!), muss aber früher abbrechen. Vor allem sieht man aber, dass der Puls schon ab 70 Watt auf 170 Schläge ansteigt. In diesem Pulsbereich ist für jeden Körper keine aerober Leistungsabruf mehr möglich, d.h. der Körper erzeugt bereits Säure und muss dies durch noch höhere Herzfrequenz ausgleichen. Hier zeigt sich, dass der Körper früh auf reine Kohlenhydratverbrennung umsteigen muss. Das erklärt die Explosivität der Leistung, bedeutet aber auch, dass der/die Fahrer/in nur ungefähr 45-60min Leistung bringen kann. Danach "zieht es den Stecker". Für dieses Profil bieten sich andere Einheiten an, die bis zum Jahresende erreichen sollen, dass die selbe Leistung bei geringerem Puls abgerufen werden kann.

Die konkrete Wattzahl ist übrigens nur relevant, wenn man das Körpergewicht der Fahrers mit einbezieht Mehr Watt/kg heißt auch (fast) immer, dass der Radfahrer schneller ist.

Beim Warmfahren sind die Jacken noch an ... das ändert sich gleich ... 

Die Wartezeit zwischen den Tests wurde mit Reifenwechsel überbrückt. In den Workshops ist es auch wichtig, dass jedes Kind Fahrradreifen selbst flicken kann.