Baumaßnahmen am Vereinsgelände

von Stefan Erlewein und Timo Dittmann

In den letzten zehn Jahren der Vereinsgeschichte wurde viel investiert. Angefangen hat alles mit dem Bau der Schiedsrichterkabine unterhalb des Sportheims im Jahr 2002. Bis zu diesem Zeitpunkt musste der Sportheimwirt bei jedem Spiel anwesend sein, um den Schiedsrichter in einen kleinen Raum zu lassen, der sich im Sportheim befand. Da dies auf Dauer umständlich war, plante man eine eigene Kabine für den Unparteiischen. Seit der Fertigstellung derselben im Jahr 2004 ist man nun voll unabhängig vom Sportheimwirt. Bei der Umsetzung des Baus setzte man viel auf Eigenleistung. Durch diese erbrachten Arbeitsstunden konnten die Kosten gesenkt werden.

Zeitgleich wurde im Auftrag der Stadt Neckarsulm auch das große Sorgenkind des SC Dahenfeld saniert, der Nebenplatz. Zunächst sollte erst der Hauptplatz saniert werden, da die Erde vom Tennisplatz immer mehr in Richtung des Sportplatzes rutschte. Die Stadt Neckarsulm gab jedoch keine Freigabe. Grund dafür war, dass sie die Meinung vertrat, bei der Sanierung des Hauptplatzes vor dem Nebenplatz wird der Hauptplatz gleich wieder zum Trainieren benutzt. Der frisch sanierte Platz wäre somit wieder abgenutzt. Also begann im Mai 2003 der Bau des Nebenplatzes durch die Firma Seidenspinner Sportanlagen GmbH. Im Jahrhundertsommer 2003, in dem es bis zu 38,5 Grad Celsius gab, arbeiteten die Bauarbeiter von morgens 6:00 Uhr bis abends um 22:00 Uhr. Nur so hatten sie am Freitag frei und konnten zu ihren Familien zurückzukehren. Fünf Monate später war der 475 000 Euro teure Trainingsplatz fertiggestellt und konnte theoretisch bespielt werden. Zur Einweihung kam dann niemand geringeres als der Karlsruher SC, der wie der SC Dahenfeld in der abgelaufenen Saison abgestiegen war. Es stand zwar noch die Option 1. FC Nürnberg auf dem Zettel, doch dieser konnte aufgrund der Urlaubszeit den Termin nicht wahrnehmen. Die Wahl auf den KSC unter Trainer Lorenz-Günther Köstner, war somit entschieden. Der Trainer merkte schon beim Begehen des Platzes, dass das Grün zu hart sei und mit dem Platz etwas nicht stimmte. Nichtsdestotrotz standen am 29.05.2004 unter anderem die Stars Marco Engelhardt, Bernhard Trares und Mario Eggimann auf dem neuen Trainingsplatz und schlugen die Neckarsulmer Auswahl unter der Leitung des Nordheimer Unparteiischen Uwe Hamel mit 13:2.

Nach diesem Highlight folgten vier harte Jahre mit vielen Gutachten und Gerichtsterminen. Wie KSC- Trainer Köstner richtig vermutet hatte, war mit dem Platz etwas nicht in Ordnung. Nach Regenfällen lief das Wasser nicht richtig ab und der Platz war auch sonst extrem hart. Die Stadt Neckarsulm nahm aus diesem Grund den Trainingsplatz nicht ab und schlug sich mit der Firma Seitenspinner jahrelang herum. An den fleißigen Arbeitern dieser Firma sind die schlechten Platzverhältnisse bestimmt nicht auszumachen. Der Trainingsplatz wurde nicht DIN-konform gebaut und hatte im Untergrund verstopfte Drainagerohre. Nachsanierungen brachten in den folgenden Jahren auch kein Erfolg, weswegen lediglich das Einweihungsspiel gegen den KSC stattfand und sonst kein Trainings- oder Spielbetrieb möglich war.
Gutachten, Gerichtstermine und keine Lösung: so ging es vier Jahre lang. Warum es so lange dauerte, lag nicht am SC Dahenfeld. Bestes Beispiel war die Verschiebung eines Gerichttermins um ein halbes Jahr aus  „dienstlichen Gründen“ zwei Tage vor der Verhandlung. Von Seiten der Firma wurde jeder Versuch unternommen aus diesem Schlamassel herauszukommen. An einem Nachmittag spielten ein paar Jugendliche auf dem noch gesperrten Sportplatz und wurden von Anwälten der Firma Seitenspinner fotografiert. Diese Bilder wurden dann als Gegenmittel in den Verhandlungen genutzt, sie sollten als Beweis dafür dienen, dass der SC Dahenfeld auf dem Sportplatz bereits trainierte. Am 31. Mai 2008 wurde dann endlich der Sportplatz von Bürgermeister Klaus Grabbe freigegeben. Allerdings durfte er nach Regenfällen oder bei stehendem Wasser nicht benutzt werden.

Das Problem war durch die Freigabe nicht gelöst. Der Druck auf die Stadt Neckarsulm wurde dadurch größer und der Hauptplatz sollte saniert werden. Schlussendlich gab der Gemeinderat grünes Licht und das Hauptfeld wurde von Juni 2010 bis September 2010 saniert.
Der 400 000 Euro teure Sportplatz wurde in Richtung der Zuschauertribüne verschoben und bekam eine Unterstellmöglichkeit für die Zuschauer. Es handelt sich dabei um die an der Ballei-Bushaltestelle bei deren Umgestaltung abgebauten Wartehäuschen. Das Einweihungsspiel fand am 19.09.2010 gegen den MSG Obergriesheim mit Wurst und Freibier von der Stadt Neckarsulm statt. Das erste Tor auf dem neuen Platz erzielte Lukas Baum nach einem Foulelfmeter.

In dieser Zeit war der Sportclub nicht tatenlos. 1. Vorsitzender Stefan Erlewein verfolgte und führte konsequent die verschiedensten Planungen in und um das Sportheim, damit man durch eine sinnvolle Umgestaltung des Vereinsheims wieder für die kommenden 30 Jahre gewappnet ist. Daher wurden zeitgleich auch die neuen Kabinen fertiggestellt, die ursprünglich Teil einer Fantasie bzw. Träumereien der Verantwortlichen waren. Man dachte an ein großes Sport- und Bewegungszentrum in Dahenfeld mit Jugendraum, Kegelbahn, neuer Terrasse und vielem mehr. Schnell musste jedoch bei einer Klausurtagung am 15. November 2008 vom Gesamtvorstand und Hauptausschuss festgestellt werden, dass das Geld fehlte bzw. der Nutzen in keiner Relation zum Investitionsvolumen lag. Somit wurde im ersten Bauabschnitt die Sanierung der Kabinen in Angriff genommen. Die alten Holzbänke wurden durch neue, moderne Sitzgelegenheiten ausgetauscht, ebenso wurde der gesamte Nassbereich inklusive der Armaturen und Zuleitungen erneuert. Mit dem WLSB und der Stadt Neckarsulm wurden Gespräche geführt,  damit die Arbeiten in die Förderrichtlinien fallen und die finanzielle Unterstützung dadurch gesichert war. Die Renovierungsarbeiten begannen um November 2009. Trotz der Kälte wurde viel in Eigenleistung gearbeitet.  Am Ende stehen optisch und technisch bundesligareife Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung. Die Kosten des Umbaus inklusive dem Austausch der kompletten Wasserrohre belaufen sich auf insgesamt 140 000 Euro.

Der zweite Bauabschnitt am Sportheim fand von Mai 2011 bis September 2012 statt. Die energetische Sanierung umfasst das Dach, die Fenster und die Außenhaut. Auch hier wurde wieder einiges in Eigenleistung gearbeitet, vor allem unter der Leitung des Ausschussmitglieds Günther Kühner. Für die Koordination der Arbeiten waren Arnold Heinrich und Hans-Peter Weinreich verantwortlich. Elektriker Theo Vogt übernahm mit Patrick Vogt die Kontrolle über die Elektrik im Sportheim. Das Einsatzkommando „Alte Herren“ stand unter der Leitung von Winfried Heinrich und vollbrachte eine klasse Leistung. Die gerade genannten Winfried Heinrich, Arnold Heinrich, Günther Kühner, Hans-Peter Weinreich, Theo und Patrick Vogt waren die Nachfolger der „alten Bauhasen“ und machten einen exzellenten Job.

Die letzte Investition war der Kunstrasen. Die Planung begann im Jahr 2011. Relativ schnell genehmigte die Stadt Neckarsulm das Vorhaben, denn nach den jahrelangen Diskussionen um den Nebenplatz wollte man die Dahenfelder endlich zufriedenstellen. Beginn der Bauarbeiten für das neue Kunstgrün war im Mai 2012. Rund 6 000 m³ Erde wurde für den Rückbau entfernt, damit wieder 950 m Drainageleitungen und 200 m Muldenrinne verlegt werden konnten, bevor der lang ersehnte Kunstrasen „gesät“ wurde. Die Freigabe wurde im August 2012 erteilt.