Es hat an diesem Sonntag einfach nicht sollen sein. Wahrscheinlich hätte man nochmals eine Halbzeit draufpacken können, aber der Ball wäre wohl nicht ein zweites Mal über die Linie gegangen.
Somit muss sich der Spitzenreiter in dieser Saison im 20. Spiel erstmals mit einer Punkteteilung begnügen.

Bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad übernahm der SC Dahenfeld, gecoached vom heute aufgrund einer zuvor besuchten Konfirmation sehr stilsicher im Jogi-Style auftretenden Werner Seitz, gleich das Kommando und hatte in der dritten Minute die große Chance zur Führung, Zürn traf sieben Meter vor dem Tor den Ball aber nicht richtig, so dass dieser weit vorbei ins Toraus kullerte.
Aber auch Türkspor versteckte sich nicht und war mit langen Bällen, vor allem durch Tunc, gefährlich.
So ein langer Ball führte dann auch zur Führung der Gastgeber: der Stürmer kam zwischen Verteidiger Korb und Keeper Roth per Kopf zum Abschluss und konnte relativ problemlos zum 1:0 einnetzen. Das ging viel zu einfach.
Wenigstens dauerte es nicht allzu lange, bis die Antwort kam. Vier Minuten später wurde Dennis Leitz an der Strafraumkante zu Fall gebracht und der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Zum Glück wurde der allseits beliebte Videobeweis nicht angefordert, sonst hätte es evtl. nur Freistoß gegeben. Timo Dittmann, eigentlich als sicherer Schütze bekannt, scheiterte mit seinem mittigen Flachschuss zunächst noch am Keeper. Im zweiten Versuch konnte er den Ball aber irgendwie noch im Tor unterbringen.
In der 18. Minute war es erneut Dittmann, der einen Treffer auf dem Fuss hatte. Nach Traumpass aus dem Mittelfeld stand er völlig frei vor dem Tor, überspielte gekonnt den gegnerischen Torhüter, der Ball aber landete ein paar Zentimeter neben dem Tor.
Das war der Beginn vom fröhlichen Chancen-Auslassen der Dahenfelder Mannschaft. Sowohl Wöhr nach starker Vorarbeit von der Tages-Tussi Häußler (22.) als auch Dittmann (35.) schossen aus aussichtsreicher Position über das Tor.
In der 40. Minute gab es den zweiten Elfmeter für die Rot-Weißen, wieder wurde Leitz gefoult, diesmal völlig unstrittig. Wieder trat Dittmann an und wieder scheiterte er mit fast dem gleichen Schuss am Torhüter von Türkspor, diesmal gab es leider keine Möglichkeit auf den Abpraller.
Weitere Möglichkeiten durch Zürn per Kopf (44.), Baum aus 25 Metern (45+1) und einem Kopfball von Wöhr an die Latte wurden ebenfalls nicht genutzt.
Einen dritten, ebenfalls klaren Elfmeter, natürlich nach Foul an Leitz, gab der Unparteiische leider nicht.
Die erste Chance im zweiten Durchgang hatte D´Ostuni, der am Keeper scheiterte (48.), Leitz setzte das Leder in der 53. Minute per Kopf drüber.
Mit zunehmender Spieldauer war den Teams bei diesen Temperaturen der Kräfteverschleiss natürlich anzumerken, am meisten aber sah man es beim Schiedsrichter, der seinen Aktionsradius in etwa auf den Umfang eines Bierdeckels eingrenzte und einige komische Entscheidungen traf.
In der 66. Minute pfiff er dann plötzlich das Spiel ab, fasste sich an den Oberschenkel und „humpelte“ vom Feld. Zitat „Ich glaube, ich habe mich verletzt.“.
Glücklicher Weise konnte nach einer Unterbrechung von gut 15 Minuten ein weiterer Unparteiischer gefunden werden, so dass man da Spiel fortsetzen konnte. Coach Seitz nutzte die Unterbrechung, um seine Mannen nochmals einzuschwören, aber auch das fruchtete an diesem Tag nicht wirklich.
Zu ideenlos wirkte sein Team auf dem Platz gegen tief verteidigende Gastgeber, die durch Konter immer wieder mal Gefahr ausstrahlten, mit dem Punkt aber natürlich hochzufrieden waren.
Eine Unachtsamkeit in der Defensive hätte Türkspor dann auch fast zum Siegtreffer genutzt, der Stürmer schoss aber aus 10 Metern freistehend über das Tor. Das wäre wohl der K.O. für Dahenfeld gewesen.
Stattdessen nochmal eine riesen Möglichkeit für Häußler, der ähnlich wie Dittmann im ersten Durchgang den Ball aus 16 Metern über den rauseilenden Torwart hinweg aufs Tor brachte, aber auch hier fehlten wenige Zentimeter zum Torerfolg.
Mit der letzten Aktion des Spiels fand ein abgefälschter Schuss von Baum ebenfalls nicht den Weg ins Tor, sondern nur auf das Netz. Abpfiff, 1:1, Ende.

Auch wenn man nun die ersten Punkte in dieser Saison abgegeben hat, ist das noch lange kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Man führt noch immer die Tabelle an und hat beste Chancen auf den Aufstieg. Jedoch muss man sich mal wieder vor Augen führen, dass man auch in der Kreisliga B kein Spiel im Vorbeigehen gewinnt, sondern immer an die Schmerzgrenze gehen muss.

Die Chance, es besser zu machen, hat man am Sonntag zuhause um 15 Uhr gegen Stein/Kochertürn II.

Glückwünsche gehen selbstverständlich an den TV Hochdorf, die nun einzige Mannschaft in Württemberg , die bislang all ihre Spiele gewinnen konnte und sich somit das Heimrecht im Vorbereitungsspiel sichern konnte. Wir hoffen, bei euch gibt es gutes Bier ;-).
(Edit: Gerade erreicht uns die Nachricht, dass der TV Hochdorf Fussball heute im Dienstagsspiel auch zum ersten mal Punkte liegen lassen musste... Nachmacher ;-)!)

Und nicht vergessen: Unser Diddi hat es an die Torwand des Aktuellen Sportstudios geschafft und ist am Samstag live im ZDF zu sehen!
Da das natürlich ähnlich wie bei Elfmetern gehandhabt wird, kostet es pro Fehlschuss einen Kasten, sollte klar sein.