Überragend! Anders lässt sich die bisherige Runde des SC Dahenfeld nicht beschreiben. Auch im 12. Saisonspiel gehen die 3 Punke an die Rot-Weissen, auch wenn man es sich auf dem Kunstrasenplatz in Gundelsheim unnötig selbst schwer machte.
Das Spiel begann für die Zuschauer nicht optimal, mit dem Anpfiff begann es zu regnen. Zudem sorgte die noch nicht verzehrbereite Stadionwurst bei dem ein oder anderen eingeFLEISCHten SC-Fan für schlechte Stimmung.
Dem Team schien das schlechte Wetter zunächst nichts auszumachen und scheinbar hatten sie auch ordentlich zu Mittag gegessen, denn sie begannen die Partie mit viel Power. Zunächst ging ein Freistoß von Gerrit Weiß noch deutlich über das Tor (3. Minute), wenig später schlug dann aber der Top-Torschütze der Liga mal wieder zu:
Die SGM vertändelte am Strafraum gegen Scirpoli den Ball, der auf Dittmann spielte, welcher den besser positionierten Zürn sah, der noch einen Gegenspieler abschüttelte und abzog. Sein schöner Schlenzer ins lange Eck aus 17 Metern war für den SGM-Keeper nicht zu halten. Ein Tor außerhalb des Sechzehners ist für Strafraumstürmer Zürn auch nicht alltäglich.
Der SCD blieb weiterhin spielbestimmend, Scirpoli scheiterte aber allein vor dem Tor an einer guten Fussabwehr von Torwart Wimbauer (8.).
Der überraschende Ausgleich fiel dann in der 14. Spielminute: Kapitän Marco Roth wusste am eigenen Strafraum nicht allzu viel mit dem Ball anzufangen, der SGM-Stürmer Traunecker nahm ihn dankend ab und schob ins leere Tor ein, da Patrick Roth sich noch nicht wieder im Tor positioniert hatte, wofür man ihm aber keinen Vorwurf machen kann.
Die Gäste ließen sich nicht verunsichern und spielten weiter gefällig nach vorne, Torschüsse von Dittmann und Zürn waren aber noch zu ungefährlich (16./18.).
In der 22. Minute vereitelte Wimbauer gleich zweifach das Gegentor, als er zuerst Scirpoli bei einem Alleingang den Ball entscheidend vom Fuss holte und wenig später auch im Duell gegen Zürn per Fussabwehr Sieger blieb.
In der 24. Minute war dann auch er machtlos: einen Eckall von Dittmann setzte Scirpoli per Kopf zur Führung in die Maschen – erneute Führung für den Spitzenreiter.
Nun zeigten sich auch die Gäste mal wieder vor dem Dahenfelder Tor, ein Schuss aus 20 Metern kam aber zu zentral und konnte von Patrick Roth entschärft werden (32.). Anschließend zog der Schiedsrichter noch den Unmut der Einheimischen auf sich, als er einen Stürmer zurückpfiff, der völlig frei auf das Tor zugelaufen wäre. Zumindest eine diskutable Entscheidung, Forderungen nach dem Videobeweis blieben allerdings aus.
Bedingt durch das starke Pressing, mit dem die Heimelf so ihre Schwierigkeiten hatte, fiel in der 38. Minute das 1:3. Dittmann konnte einem Abwehrspieler im Strafraum den Ball abnehmen und blieb dann alleine vor dem Tor gewohnt souverän.
Ein weiteren Treffer wurde den Gästen vom Schiedsrichter verwehrt, als Matthias Wöhr von halbrechts zum Schuss kam, der Keeper zunächst parieren konnte und Scirpoli den Ball aus wenigen Metern ins leere Tor schob – leider ertönte der Pfiff des Schiedsrichters, der Scirpoli im Abseits gesehen hatte.
Wimbauer krönte seine starke Leistung in den ersten 45 Minuten kurz vor dem Halbzeitpfiff, als er erneut im direkten Duell mit Zürn Sieger blieb. Bei einer konsequenteren Chancenverwertung hätte das Spiel bereits zur Halbzeit entschieden sein können.
In der 54. Minute schnürte Zürn seinen Doppelpack, indem er seine unglaubliche Schnelligkeit ausspielte, die Abwehrspieler stehen ließ und halblinks aus 14 Metern überlegt ins lange Eck einschob. Diesmal war der SGM-Keeper machtlos.
Das Highlight des Spiels lieferte dann Dennis Leitz mit einem absoluten Traumtor aus 42,8 Metern, wie Vermessungstechniker Rouven Cornehl blitzschnell analysierte: einen langen Pass konnte Wimbauer vor einem Angreifer weit außerhalb des Strafraums abfangen, sein Befreiungsschlag missglückte aber völlig und landete bei Leitz, der sich den Ball nochmal zurechtlegte und nach vehementer Aufforderung der Dahenfelder Fans („SCHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEEEEEEESSSSSSSSSSSSSSSS“) abzog. Der Ball flog in perfektem Bogen auf das Gehäuse der SGM zu, ein Abwehrspieler sprintete nach hinten und sprang auf der Linie nach oben, konnte den Ball, der knapp unter der Latte ins Tor flog, aber nicht erreichen – 1:5 und sicherlich eines der schönsten Tore dieser Saison (57. Minute).
Ein weiteres Tor wurde den Dahenfeldern in der 63. Minute aberkannt, als Dittmann nach einem Lattentreffer von Zürn aus 2 Metern abstaubte. Ebenfalls fragwürdig.
Slapstickeinlage dann in der 66. Minute: Weiß spielte den Ball zurück auf Keeper Roth, der wie sein Bruder heute wohl nicht der beste Freund des Balles war und am Spielgerät drüber, drunter oder irgendwo vorbei schlug. Die Kosten für den fälligen Kasten Bier werden sich Weiß und Roth wie nach dem Spiel vereinbart teilen.
73 Minuten waren gespielt, als die SGM auf 3:5 verkürzen konnte. Traunecker wurde von mehreren Verteidigern nicht ausreichend attackiert und konnte aus 17 Metern trocken abziehen. Der Ball schlug unhaltbar rechts unten im Tor ein. Die Heimelf witterten jetzt natürlich nochmals Morgenluft, völlig unnötig hatte man sie wieder ins Spiel kommen lassen, die Hoffnung auf einen Punktgewinn wurde ihnen aber recht schnell wieder genommen: 4 Minuten nach dem 3:5 segelte ein abgefälschter Ball in hohem Bogen gefühlte 10 Sekunden durch den 5-Meter-Raum. Eigentlich sichere Beute für einen Torwart, Wimbauer machte aber keine Anstalten, den Ball runter zu pflücken, was seine Abwehr-Kollegen wohl auch irritierte. So kam Wöhr ohne springen zu müssen einen Meter neben dem Pfosten zum Kopfball, legte quer auf Scirpoli, der keine Probleme hatte, den Ball ebenfalls zum Doppelpack im Tor unterzubringen.
10 Minuten vor Ende der Partie verhinderte Patrick Roth das 4:6, als er im Eins gegen Eins stark den Winkel verkürzte und per Fußabwehr zur Ecke klären konnte.
In der 84. Minute gab der Schiedsrichter dann Elfmeter für die Krumme Ebene. Wahrscheinlich war er der einzige, der hier ein strafwürdiges Vergehen gesehen hat. Aber gut, er hatte 70 Meter entfernt natürlich auch den besten Blick auf das Geschehen im Strafraumeck, als der Stürmer im Zweikampf mit Esslinger plötzlich zu Boden ging. 
Aber der Fussballgott hatte ein Einsehen und lenkte den Ball beim Schuss dann einen Meter über das Tor – Fieldgoal für die Krumme Ebene, aber falsche Sportart, deshalb keine Punkte.

Somit siegte der SC Dahenfeld mit 6:3 in Gundelsheim und hat die perfekte Ausbeute von 36 Punkten nach 12 Spielen auf dem Konto, was dazu führte, dass Coach Seitz sein Versprechen einlöste und das Team anschließend noch in seinen Partykeller einlud, wo die Winterpause mit diversen Brauereierzeugnissen und einer Nicht-WM-Teilnehmer-Spezialität eingeläutet wurde.

Das nächste Pflichtspiel bestreitet der SC Dahenfeld am 18.02.2018 in der 4. Pokalrunde zuhause gegen die Bezirksliga-Mannschaft der SG Bad Wimpfen.